Aktuelles

Ich weise auf die ausserordentlich gut strukturierten Seiten meiner Kolleginnen von “Hebammen für Deutschland” Und auf hebammenverband.de hin, um sich ein Bild über das politische desaströse Geschehen unserer Schwangerschafts-Geburtskultur zu machen. Dennoch habe ich einiges auch hier in den letzten Jahren immer einiges zusammengetragen. Die politische Arbeit nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Sie ist wichtiger als je zuvor! Also, nehmt Euch die Zeit, um Euch zu informieren und zu agieren. Es geht um Eure Kinder, um Eure guten Geburtserlebnisse, Eure Betreuung! Ihr findet Vorschläge auf den o.g Seiten, um Eure Stimme kund zu tun.

Habt Dank!

Demo am 5. Mai 2017 in Düsseldorf
Nutzen wir das Wahljahr, um auf die Missstände hinzuweisen. Jeder braucht kontinuierliche Betreuung unter Geburt. Von Hebammen, nicht Apparaten. Jeder darf wählen, ob seine Wahl auf zuhause, im Geburtshaus oder in der Klinik fällt. Jeder hat Anspruch auf einen erreichbaren Weg zur Geburtsklinik. Jeder hat Anspruch, nicht wegen Gefahr der Überfüllung, abgewiesen zu werden. Jeder Mensch hat Anspruch auf Hebammenleistung!
Treffen ab 11.00 Uhr auf dem Burg Platz
Start: 11.30-13.00 Uhr
Laut sein, Tröten, Schellen, Trommeln, Schilder etc. sehr erwünscht

Frau TV-Live von der Demo
https://www.facebook.com/Frautv/videos/10154325432691574/?pnref=story


22.3.2016
Ein Brief einer Ärztin….

an einen Oberarzt. Oder die Gesundheitsminister. Oder an Frauen und Männer.
In den letzten 20 Jahren sind eine ganze Menge neue Erkenntnisse in der Geburtshilfe hinzugekommen – und es wurden einige alten, verschütteten Erkenntnisse wiederbelebt.

Was mich als junge Ärztin sehr wundert, ist jedoch, dass einfachste (!) Erkenntnisse nicht umgesetzt werden. In Deutschland gebären nach wie vor ca. 80% der Frauen in liegender/halb sitzender Position (aktueller AQUA-Bericht), obwohl längst bekannt ist, dass dies eine die Geburt behindernde Position ist.

Ein anderes Beispiel: Studie um Studie zeigt, dass das Dauer-CTG keinen positiven Effekt auf den APGAR-Score, die Anzahl der Säuglinge mit Cerebralparesen oder auf die peripartale Mortalität hat – der einzige Effekt ist eine Steigerung der Kaiserschnittrate.
Dann sehen Sie sich die aktuelle Leitlinie zum CTG an. Da wird zugegeben, dass alle bisherigen Studien o.g. belegen. Dann wird eine neue Studie mit einem neuen speziellen CTG-Gerät (von einem ganz bestimmten Hersteller übrigens) zitiert, die dann als Begründung für die Leitlinie dient. Aber so kann man doch nicht ernsthaft arbeiten, oder?
Das hat mit einem wissenschaftlichen Herangehen für meine Begriffe sehr wenig zu tun.

Natürlich müssen die Herztöne eines Kindes in regelmäßigen Abständen überprüft werden, verstehen Sie mich da nicht falsch. Die Studien, die einen positiven Effekt auf ganz viele Parameter haben, werden aber nicht erwähnt und nicht umgesetzt. Es gibt Arbeiten, die zeigen, dass eine 1:1-Betreuungdurch eine Hebamme unter der Geburt sich insgesamt sehr positiv auswirkt: niedriger Schmerzmittelverbrauch, fitte Kinder, weniger KS-Schnitte, weniger NICU-Aufenthalte. Es wäre so einfach, diese ganzen CTG-Leitlinien einfach zu ersetzen und damit auch ein Statement für die Geburtshilfe und für die Frauen abzugeben: Wenn die DGGG beschließen würde, dass die beste Gewährleistung für eine gesunde Geburt eine 1:1-Betreuung darstellt, dass dies die 1A-Lösung ist und CTG im besten Falle eine 1B-Lösung darstellt, wäre u.a. die Politik gezwungen, hinzusehen. Wenn Richter plötzlich nicht mehr nach dem CTG, sondern nach der Anwesenheit einer Hebamme fragen, dann wäre dies ein großer Paradigmenwechsel in der Geburtshilfe, der meiner Meinung nach notwendig ist.

Die derzeitige Situation der Krankenhäuser, die politisch gewollt ist, stellt sich wie folgt dar:
Die Politik wünscht ein Krankenhaussterben, es soll immer weniger, größere Kliniken geben, denn Deutschland ist (angeblich) überversorgt.
Dabei vergleicht man sich (gerade was die Geburtshilfe anbelangt) gerne mit den skandinavischen Ländern, oder z.B. den Niederlanden. Gleichzeitig wird vergessen, dass das grundlegende Gesundheitssystem in diesen Ländern ein komplett anderes ist: diese großen Kliniken sind NIEMALS Privatkliniken. Die Gesundheitssysteme sind allesamt staatliche Gesundheitssysteme. D.h., auch die großen Kliniken müssen keinen Gewinn erwirtschaften.
Dazu kommt, dass es viel mehr sog. „Polikliniken“ gibt und dass die Bevölkerungsdichte und -verteilung eine völlig andere ist (v.a. in Schweden, Norwegen und Finnland).

Es ist gewollt, dass Krankenhäuser sich spezialisieren, „unrentable“ Abteilungen schließen und es in der Fläche weniger Krankenhäuser gibt. Wie kann man so etwas politisch geschickt erreichen? Sehr einfach: man hungert die Krankenhäuser aus. Seit Jahren beklagt die Krankenhausgesellschaft einen Investitionsstau, da die Bundesländer seit Jahren kein Geld in die Kliniken stecken (obwohl es ihre Aufgabe wäre). Die Kostenerstattung durch die Krankenkassen, die sog. Fallpauschalen, decken nämlich nur die laufenden Kosten wie Personal, Material, Wasser und Strom etc. ab.
Ausstattung, Ausstattungserneuerung, Umbau, etc. muss anderweitig – oder eben nicht finanziert werden.
Es entsteht also ein Wettbewerb unter den Kliniken, wer mit dem wenigsten Geld das meiste bieten kann. De facto wird dies häufig zu Lasten des Personals ausgetragen, denn der größte Posten sind die Personalkosten.

In der Geburtshilfe ist das noch spezieller und noch krasser. Geburtshilfe ist ein sehr personalintensiver Zweig der Frauenheilkunde. Außerdem muss Geburtshilfe auch im Krankenhaus zu horrenden Beiträgen versichert werden, da sie eigentlich nicht versicherbar ist – schon gar nicht, wenn man auch 30 Jahre (sic!) nach einer Geburt noch Schadensersatz oder Regress (durch die Krankenkassen) fordern kann. Das sind Risiken, die für die Versicherer nicht kalkulierbar sind. Nicht selten macht die Versicherungssumme für die Geburtshilfe etwa 2/3 der gesamten Versicherungssumme eines Krankenhauses aus. Und auch hieran sind häufig Bedingungen geknüpft, die sich kein Mediziner je ausdenken hätte können, ein Versicherungsfachmann jedoch schon. Weil Versicherer das „sicher“ finden, haben viele Häuser einen zentralen „CTG-Überwachungsplatz“. Das hat noch weitere Vorteile: eine Hebamme kann dann sogar 5 Frauen (5 Backöfen?) gleichzeitig „überwachen“, und wenn irgendwo die Parameter „Gefahr“ anzeigen, kann sie sich da hinbegeben. In der Zwischenzeit kann sie Papierkram erledigen, einen nicht besetzten Kreißsaal aufräumen und säubern, eine neue Frau in Empfang nehmen und dann auch mal 6 Frauen alleine überwachen. Sie hat doch die Geräte! Das spart enorm an Personal. Nur leider sind Frauen eben keine Backöfen.

Das hatten sie zwar vor rund 50 Jahren mal eine Zeitlang deutlich gesagt. Aber heute wären sie ganz gerne wieder Backöfen. Soll alles automatisch gehen, eine Maschine soll ihnen sagen, wie es dem Kind geht (als ob sie nicht selbst spüren könnten, ob es noch tritt und sich bewegt), und überhaupt hat man häufig den Eindruck, sie fühlen sich lediglich als Hülle oder Backofen für dieses Wunderding namens „Baby“. Sie haben tierisch Angst davor, die Temperatur zu hoch einzustellen, die falschen Zutaten reinzutun, oder das Kind gar zu lange da drin zu backen. Nicht nur sie haben davor Angst, auch die Ärzte. Denn sie können verklagt werden, wenn eins der o.g. Dinge passiert. Außerdem kann man heute mittels Ultraschall wunderbar in den Backofen hineinsehen und kann dann erkennen, ob der Kuchen langsam bräunlich wird oder schon verbrannt ist, ob der Kuchen in der richtigen Geschwindigkeit aufgeht, ob die Hefe überentwickelt und der Kuchen riesig wird, oder ob er gar nicht aufgeht und nur ein flacher Fladen bleibt. Leider sind die Geräte recht unscharf. Aber egal, die Eltern haben den Eindruck, sie könnten wie im Fernsehen in ihren Backofen reinsehen. Im Zweifel reißt man die Backofentür mit Gewalt auf und zerrt das kleine Ding aus dem gefährlichen Gerät da raus.

Sobald eine Mutter sich als solche wahrnimmt und Verantwortung für ihr Tun und Lassen übernimmt, wird es gefährlich. Denn dann ist sie kein berechenbarer, ein- und ausschaltbarer, beherrschbarer Backofen mehr. Sie ist dann plötzlich ein Mensch, der ein kleines Wesen unter ihrem Herzen trägt und dieses kleine Menschlein mehr liebt als alles andere auf der Welt. Sie hat Emotionen, sie fühlt. Sie tritt in Kontakt zu dem Menschlein, spürt, wie es ihm geht und hält Zwiegespräch. Es käme ihr nie in den Sinn, das Menschlein gewaltsam aus seiner sicheren Höhle zu holen, denn sie weiß, dass es sich auf den Weg machen wird, zur rechten Zeit. Sie sehnt sich danach, mit diesem Kind den Weg des Geborenwerdens zu gehen, der doch ein ganz anderer ist als der eines Brotes aus dem Backofen. Ein Weg, an dem Mutter und Kind (und häufig auch der Vater) beteiligt sind, den sie aktiv gestalten, den sie antreten, und auf dem sie nicht zurückblicken.

Leider passen gerade solche Mütter momentan nicht ins System. Derzeit ist Geburtshilfe nur etwas für Backöfen, die sich gerne öffnen lassen, jeden an sich herumstellen lassen, Temperatur messen, Überwachungsmaschinerie, voyeuristisches Eltern-Fernsehen, Finger im Kanal.
Vor allem muss es einigermaßen berechenbar bleiben. Es geht nicht, dass die eine Frau in 4h ihr Kind zur Welt bringt, die andere sich 48h und länger Zeit lässt. Das geht leider nicht, denn mehr als 24h werden nicht bezahlt. Fallpauschale zu Ende. Die Geburt wird dann eben gewaltsam beendet. Spitzfindig: so ein ungeplanter Kaiserschnitt bringt mehr ein, als eine schöne physiologische, 48h lange Geburt. (Und sogar mehr als ein geplanter Kaiserschnitt.)

Krankenhäuser werden kaputtgespart. Die Geburtshilfe ist ein sehr kostenintensiver Fachbereich aufgrund der hohen Personalkosten und der hohen Versicherungssummen. Ich behaupte, es gibt kaum eine geburtshilfliche Abteilung in Deutschland, die schwarze Zahlen schreibt, geschweige denn, Gewinn erwirtschaftet. Die Geburtshilfe in Deutschland steht mit dem Rücken zur Wand, und jeder ist mit jedem verfeindet.
In aller Regel „überleben“ die großen Perinatalzentren, die über eine gewisse Anzahl an Frühchen die roten Zahlen der Geburtshilfe kompensieren können. Es ist Gott sei Dank nur ein ganz kleiner Anteil an Frauen und Babys, die diese Perinatalzentren wirklich benötigen. Die allermeisten Frauen haben eine unkomplizierte Schwangerschaft, ein gesundes Kind im Bauch und somit m.M.n. ein Recht auf eine natürliche, interventionsarme, ungestörte, risikoarme Geburt. Leider wird dies im Prinzip nur noch den wenigen Frauen gewährt, die nicht in der Klinik gebären, sondern zu Hause oder im Geburtshaus. Praktischerweise ist die Ärzteschaft fleißig dabei, diese Geburtsorte als höchst unsicher und todbringend zu verteufeln (obwohl, von hier aus, 150km westlich, ca. 40% der Kinder zu Hause geboren werden, ohne dass es ständig Totgeburten gibt.). Denn diese Geburtsorte wiedersprechen dem Diktus von der Frau als Backofen für das Kind. Geburtsmedizin ist aber derzeit nur unter den Backofen-Bedingungen rentabel bzw. halbwegs zu finanzieren.

Dummerweise sehen Hebammen in ihrem Beruf etwas anderes als die Bedienung eines Backofens. Sie wollen die Frauen menschlich begleiten, ihnen Zuwendung schenken, und sie fachlich kompetent in allen Situationen vor, während und nach der Geburt unterstützen. Das hat zur Folge, dass Hebammen zunehmend unzufrieden sind mit ihrenArbeitsbedingungen. Sie wollten eben nie am Fließband stehen und auch nicht ständig irgendwelche Knöpfe bedienen oder Schläuche und Kabel anschließen. Hebammen wissen, dass Frauen ganz ohne fremde Hilfe gebären können, selbst wenn die Frauen das nicht immer wissen und häufig gar nicht mehr glauben. Aus Frust oder mit Burn-Out ziehen sich immer mehr Hebammen aus dem Klinikalltag zurück, arbeiten Teilzeit, um die Situation in den Häusern einigermaßen zu ertragen, und arbeiten nebenbei als freie Hebammen in der Nachsorge oder geben Kurse. Oder machen was ganz anderes.
Schon heute müssen Geburtsstationen aufgrund von Personalmangel (!) geschlossen werden.
Dies führt dazu, dass die Geburtshilfe zunehmend kollabiert. Sie wird weitere Einbrüche und Zusammenbrüche hinnehmen müssen, bis irgendwann die politisch gewünschte Anzahl an Kliniken erreicht ist. Dann wird wieder etwas mehr Geld fließen, vielleicht. Vielleicht hat man sich dann aber so an die niedrigen Ausgaben gewöhnt, dass man alles so belässt (was wahrscheinlicher ist).
Dann wird es große (wenige) Perinatalzentren geben (die fast niemand braucht – die aber teuer sind und irgendwie finanziert werden müssen, z.B. durch Frühgeburten, denn Langlieger bringen leider auch kein Geld…) mit Geburtenzahlen von 2000/Jahr und aufwärts. Diese Zentren werden unter chronischer Unterbesetzung leiden, da die meisten Hebammen die Arbeitsbedingungen jetzt schon erbarmungswürdig finden, und abwandern werden. Das sehen wir schon heute.
Die Frauen werden wie Backöfen durch die Geburten geschleust werden. Und es wird Probleme geben. Noch mehr Frauen werden traumatisiert die Gebärfabriken verlassen. Noch mehr Frauen werden einen Kaiserschnitt erleiden, der eigentlich nicht nötig gewesen wäre, wenn die Frau eine 1:1-Betreuung erfahren hätte. Frauen werden noch mehr Überwachung durch Geräte über sich ergehen lassen müssen, da es einfach nicht genug Personal geben wird.

Und dann wird der Bundesgesundheitsminister beschließen, dass der Beruf der Hebamme doch ganz gut noch in das große Gesamtpaket „Pflegeberufe“ passt. Denn dies „werte den Beruf der Hebamme auf“ und schaffe neue Möglichkeiten. Man müsse sich nicht festlegen. Wenn das nichts ist mit der Geburtshife, könnte man dann immer noch auf der geriatrischen Station arbeiten. Sehr praktisch.

Und dann werden wir ungefähr da sein, wo Amerika sich seit einigen Jahrzehten befindet. Dort gibt es die „midwife nurse“, die genau das ist: eine „weitergebildete“ Krankenschwester. Und es gibt die Ärzte, die die Kunst der Backofen-Geburt perfektioniert haben. Leider mit tragischem Outcome:
Die Säuglingssterblichkeit ist doppelt so hoch wie hierzulande. Die Müttersterblichkeit ist unbestritten die höchste in allen westlichen Ländern, nämlich etwa dreimal so hoch wie hier.
Beim Anteil an Frühchen sind wir schon fast so “gut” wie die Amerikaner:
USA: 12,0% (auf der Länderliste zwischen Timor-Leste, 12,1%, und Thailand, 12,0%)
D: 9,2% (auf der Länderliste zwischen Nicaraguay 9,3% und Brasilien 9,2%)

Ich plädiere sehr für einen Kurswechsel. Die Politik muss erkennen, dass mindestens in der Geburtshilfe, wahrscheinlich aber auch in anderen Bereichen der Medizin, ein rein wirtschaftliches Vorgehen, verbunden mit einem liberalisiertem Gesundheits-Markt, zwar gut für die Zahlen ist. Aber schlecht für die Menschen.


March of Roses – Protestmarsch von Mother Hood in Düsseldorf am 6.3.2016


Mitschnitte Radio-RSG Interview vom 22.2.2016 aufgrund der Schliessung der St. Lukas Klinik

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Verbindliche Ausschlusskriterien für Hausgeburten (ET+3) sollen zukünftig die gesetzlich zugesicherte Wahlfreiheit des Geburtsortes beschneiden. Diesen Beschluss verkündete am Freitag, 25.9. 15 die Schiedsstelle, die der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und die Hebammenverbände während der Verhandlungen angerufen hatten. Die Hebammen bewerten die Entscheidung als schweren Einschnitt in ihr Berufsrecht. Hebammen für Deutschland e.V. (HfD) befürchtet das Aus für Hausgeburten.


wer sich zu den aktuellen Diskussionen vom 30.4. zur ausserklinischen Geburtshilfe an den Stellen äussern möchtn, die dafür sind, dass ab ET+1 KEINE ausserklinische Geburtshilfe mehr stattfinden soll, kann dies hiermit tun….

Sende den unten stehenden Text an den Gesamtverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und an die großen Krankenkassen. Email-Adressen in Deine Email-Adressfeld hineinkopieren

politik@gkv-spitzenverband.de
service@barmer-gek.de
service@tk.de
aok-bundesverband@bv.aok.de
info@ikk-classic.de
krankenversicherung@knappschaft.de
den untenstehenden Text in die Mail hineinkopieren
Du kannst gern noch einen persönlichen Satz hinzufügen
Deinen Namen drunter setzen
Freunde und Bekannte gleichzeitig informieren über Funktion BCC (unsichtbare Kopien)
Absenden
Protest gegen Einschränkung von Elternrechten
und freie Wahl des Geburtsortes

An die Verantwortlichen der GKV und bei den Krankenkassen

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe gelesen, dass bei Verhandlungen zwischen GKV und Hebammenverbänden von der GKV die Forderung gestellt wird, dass geburtshilflich tätige Hebammen künftig schwangere Frauen, die zuhause ihr Kind bekommen wollen, am errechneten Geburtstermin (ET) + 1 Tag nötigen sollen, in eine Klinik zu wechseln. Die Krankenkassen seien ab diesem Datum nicht mehr bereit, die Geburtshilfe zu vergüten. Die Frauen müssten die Kosten dann privat tragen.

Ich fordere den Erhalt der Wahlmöglichkeit des Geburtsortes (zuhause, im Geburtshaus, ambulant in der Klinik, im Hebammenkreißsaal, im arztgeleiteten Kreißsaal) unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten einzelner Versicherter.

Ich protestiere gegen die Absicht, das Recht der Eltern, den Geburtsort selbst zu bestimmen, auszuhöhlen. Dieser Plan missachtet auch die individuelle Reifezeit von Babys. Die individuelle Entwicklungszeit vorgeburtlicher Kinder differiert um bis zu 37 Tage. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen.

Die GKV hat nicht das Recht, Konflikte, die bekanntermaßen mit den Hebammenverbänden bestehen, auf dem Rücken von Müttern und Babys auszutragen. Ich fordere Schutz und Rücksichtnahme auf werdende Mütter und deren Kinder sowie Respekt vor den physiologischen Abläufen vor, während und nach der Geburt.

Ohne WENN und ABER müssen sich Eltern auf eine kontinuierliche Begleitung am von ihnen gewählten Geburtsort verlassen können.

In der außerklinischen Geburtshilfe gibt es nachweislich wesentlich weniger Geburtseinleitungen, Dammschnitte, Geburtsverletzungen und weniger Kinderklinik-Tage zur Beobachtung von Babys. (GKV-Pilotstudie von 2011)

Das trifft im selben Maße für Hausgeburten zu. Diese Qualität wollen die Krankenkassen abbauen?
Der Gesetzgeber fordert Qualitätsentwicklung, nicht –abbau!

Ich fordere den Erhalt und Ausbau der 1 : 1 Hebammengeburtshilfe an jedem Ort der Wahl der Eltern, insbesondere in dünn besiedelten Wohngebieten.

Das Ansinnen, hochschwangere Frauen zu nötigen, am ET + 1 Tag die bewusst gewählte Geburtsumgebung aufzugeben und ohne Not in die Klinik gehen zu müssen, ist eine unzumutbare Rücksichtslosigkeit. Sie zeugt von Unkenntnis der physiologischen Abläufe während einer Geburt. Termindruck setzt Mutter und Kind unter Stress und stört einen gesunden Geburtsverlauf. Dies wäre eine grobe Missachtung der jungen Elterngeneration und künftiger Kinder mit nicht zu verantwortenden Folgen für die körperliche und seelische Gesundheit von jungen Familien.


Anhörung am 26.3.2015 im Bundestag
Fazit: Regressverzicht keine nachhaltige Lösung
Mitschnitt für alle Interessierten, um sich ein Bild der aktuellen Situation im Kreise der Verbände und Sachverständigen zu machen gibt es hier:
http://www.bundestag.de/mediathek/?action=search&contentArea=details&offsetStart=0&id=4757678&instance=m187&categorie=Ausschusssitzungen&mask=search&lang=de


Anhörung am 4.2.2015 im Düsseldorfer Landtag
https://elternprotestduesseldorf.wordpress.com/2015/01/21/mach-mit-offentliche-anhorung-im-landtag-zukunft-der-geburtshilfe/

Aus Versichererkreisen wissen wir, dass der vom Gesundheitsminister angekündigte Regressverzicht sein Ziel wohlmöglich verfehlen wird, mehr Haftpflichtversicherer zurück in den Markt zu bringen.

Mit anderen Worten: Es sind weder neue Haftpflichtanbieter NOCH Preisermässigungen in Sicht. Also weiterhin keine Planungssicherheit – weder für Hebammen UND AUCH NICHT für werdende Eltern. Die Versorgungslage wird immer schlechter, die Wahlfreiheit für die Frauen schwindet, das „Hebammensterben“ und die selbstbestimmte Geburt setzt sich allerorts fort.


23. September 2014

Ab in’s Bett!
Politik schaut der Geburtshilfe beim Sterben zu                                     

Paare, die noch mit der Sicherheit einer Hebammenbegleitung Kinder gebären wollen, sollten wissen: Der Countdown läuft! Nur wer noch heute, bis spätestens zum 7. Oktober, ein Kind zeugt, der kann auf eine Begleitung durch versicherte Hebammen hoffen.

„Die durchschnittliche Dauer einer Schwangerschaft berücksichtigt, läge der mögliche Entbindungstermin dann in etwa bei Ende Juni. Bis dahin laufen die aktuellen Versicherungen der Hebammen. Danach gibt es für freiberufliche Hebammen kaum bis keine akzeptablen Angebote zur Versicherung in der Geburtshilfe“, informiert der Elternprotest Hebammenunterstützung am 23. September.

Ab Juli 2015 wird es nur noch für die über den Deutschen Hebammenverband versicherten Geburtshelferinnen ein Angebot bis 2016 geben. Dies allerdings zu deutlich schlechteren Konditionen als bisher, was bspw. die Haftungssumme angeht.  Dafür jedoch erneut einhergehend mit einer Kostensteigerung von rund 20 Prozent. Weiterhin stehen insbesondere jene Hebammen, die sich (noch) der Geburtshilfe verpflichtet fühlen, vor den Scherben ihrer beruflichen Existenz. Jene, die bisher nicht im DHV organisiert waren, werden zu einer Mitgliedschaft förmlich gezwungen.

„Wie Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe weiter mit der Kunde einer Lösung durch die Lande ziehen kann, ist uns schleierhaft“, wundert man sich beim Elternprotest.
„Die fehlende Haftpflichtversicherung ist lediglich eines von vielen Symptomen des desolaten Zustands der deutschen Geburtshilfe“, betonen die Aktivistinnen.

Faktisch finde man schon heute an (zu) vielen Orten der Republik weder eine Hebamme für die Geburtsbegleitung noch für die Nachsorge. Wobei gerade in letzterem Punkt die Politik nicht müde wird, zu betonen, dass die Betreuung in Wochenbett und Stillzeit nach wie vor gewährleistet sei: „Das sind dreiste Lügen der Politiker oder Ausdruck völliger Unkenntnis der Materie“, stellen die Elternaktivisten fest. Bereits die IGES-Studie mit Daten aus den Jahren vor 2010 weist auf eine Unterversorgung in vielen Gebieten hin. „Diese Studie ist wesentlicher  Bestandteil des Abschlussberichtes der Interministeriellen Arbeitsgruppe unter Gröhe“, erläutert der Elternprotest und ergänzt „Niemand kann also behaupten, man kenne die Zahlen nicht. Und die Situation hat sich seither nicht verbessert“.  So verweisen die Elternaktivist*innen auf die zahlreichen freien Hebammen, die in einigen Bundesländern den Klinikbetrieb in der Geburtshilfe aufrechterhalten. In Bayern werden nach Angaben des Hebammenverbandes 60 Prozent der Kinder von freien Hebammen während der Geburt begleitet. Sie verweisen außerdem auf die Kliniken in der Fläche mit unter 500 Geburten jährlich, die laut einer Kassenstudie aus 2014 vor dem wirtschaftlichen Aus stehen.  In der Bewertung durch die Kassen heißt es u.a., dass „eine optimale Behandlungsqualität höher einzuschätzen sei, als die wohnortnahe Versorgung in dünn besiedeltem ländlichem Raum“.

„Was man bei den Kassen offensichtlich unter optimaler Behandlungsqualität versteht, sehen wir gerade im Norden Deutschlands“.  Mit großer Sorge blicken die Aktivist*innen nach Sylt und Ostholstein. Beides Regionen, in denen geburtshilfliche Kliniken bereits geschlossen haben. „Zwei Kinder wurden innerhalb kürzester Zeit in einem Rettungswagen geboren. Die Kaiserschnittrate der Sylterinnen liegt bei fast 100 Prozent mit dramatischen Folgen für die Gesundheit von Mutter und Kind, wie Hebammen aus der Nachsorge berichten“.

Von der Politik fühlen sich die Eltern größtenteils im Stich gelassen: „Nun wissen wir, was die Bundesregierung darunter versteht, wenn sie im Koalitionsvertrag davon spricht, die „Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung mit Geburtshilfe ist uns wichtig“. Die rechnen einfach auch jeden Rettungswagen mit ein!“.

Weiterhin hieß es, man werde „die Situation der Geburtshilfe und der Hebammen beobachten“. „Sie wollen dem ohnehin schon mit Mängeln behafteten System beim Sterben zusehen“, stellt man im Elternprotest fest. „Möge Gott, oder wer auch immer, verhüten, dass es wirklich zu Todesfällen kommt“. Die Statistik arbeite an dieser Stelle traurigerweise gegen die Politik, ergänzen die Eltern.

Sie setzen sich auch künftig für eine sichere Geburtshilfe in Deutschland ein, die die Rechte der Kinder und Frauen auf eine unversehrte Geburt wahrt, und fordern, Elternvertreter mit an die Verhandlungstische zu setzen.

Hinsichtlich der Aufforderung, sich mit der Zeugung doch zu beeilen, setzen die Aktivist*innen augenzwinkernd hinzu: „Natürlich wissen wir, dass es dazu keines Bettes bedarf“. Einer Hebamme bei jeder Geburt jedoch schon.

 

Weitere Informationen und Ansprechpartner unter: www.hebammenunterstützung.de


Juni 2014

Von Jubel sind wir weit entfernt – auch wenn der Gesamtverband der Versicherer (GDV) dieser Tage verkündet, die Haftpflichtproblematik sei gelöst.

Darum hier der Überblick über die Fakten, die ich persönlich nach den ganzen Protesten absolut unzumutbar finde:

Die vermeintliche Lösung
Einige große Versicherungen werden die freiberuflichen Hebammen zwar weiterhin absichern, doch nur wieder bis Mitte 2016. Die Lösung ist also nur Stückwerk. Außerdem bedeutet sie eine weitere deutliche Prämiensteigerung – und zwar um weitere 20 Prozent auf über 6000 Euro. Und das obwohl schon für 2014 eine jährliche Versicherungssumme von 5090 Euro angekündigt ist. Für uns Hebammen bedeutet das ein „Sterben auf Raten”. Die geburtshilfliche Versorgung in weiten Teilen Deutschlands wird über kurz oder lang zusammenbrechen.

Politischer Druck auf Versicherungswirtschaft
Anscheinend übte das Bundesgesundheitsministerium – wohl gemeinsam mit Kanzlerin Merkel – solchen Druck aus, dass die Gruppenversicherung für die Hebammen ein weiteres Jahr bestehen bleibt. Die Anteile der Nürnberger Versicherung, die vor einigen Wochen ihren Rückzug bekannt gab, übernehmen nun mehrere andere Versicherer mit jeweiligen Mikroanteilen zwischen 2 und 4 Prozent.

Schonfrist für beide Seiten
Die Zusage des GDV mindert natürlich den zeitlichen Druck beispielsweise für die (noch bestehenden) Geburtshäuser und gibt ihnen erst einmal Planungssicherheit. Auch Bundesgesundheitsminister Gröhe hat nun etwas mehr Zeit, um eine tragfähige, langfristige Lösung zu finden. Doch wir wollen hoffen, dass nicht nur der Wahlkampf um die Kommunen und das europäische Parlament dem politischen Willen Flügel verliehen hat.

Und da wir schon einmal dabei sind, mit Missverständnissen aufzuräumen: Seit dem Jahr 2012 müssen zwar die Krankenkassen den Hebammen für die Haftpflichtsteigerungen einen Ausgleich zahlen. Dies geschieht aber völlig unzureichend.

Und so kam es zu der widersprüchlichen Situation, dass die Presse kürzlich die Gebührenverhandlungen zwischen den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) und den Hebammen als kurzfristige Lösung lobte – die Hebammenverbände das Angebot aber nicht angenommen haben. Martina Klenk vom Deutschen Hebammenverband kommentiert die Verhandlungen: „Es gibt bisher keine Einigung. Das Angebot des GKV-Spitzenverbandes ist für uns nicht akzeptabel. Sollte er sich nicht bewegen, werden wir das Angebot nicht annehmen, weil es für einen großen Teil der Kolleginnen keine Lösung darstellt.”

Der GKV-Spitzenverband gleicht keinesfalls – wie teils zu lesen war – die Haftpflichtprämie für Hebammen voll aus. Er übernimmt bisher nur die Steigerung der Haftpflichtprämie der vergangenen Jahre – und das auch nur pauschaliert. Für viele Hebammen reicht dies nicht aus, immer mehr Hebammen geben deshalb die freiberufliche Geburtshilfe auf.


Wenn es keine ODER bezahlbare Berufshaftpflichtversicherung für Hebammen geben wird, dann heisst das:

dass es ab dann keinerlei Hebammenbetreuung ausserhalb der Klinik mehr gibt.

Dies betrifft nicht nur die Geburtshilfe, sondern vor allem auch alle in meiner Praxis angebotenen Leistungen, wie z.B.

  • Schwangerenvorsorge (40 Wochen, je Termin ca. 1 Stunde)
  • Hilfe bei Beschwerden, Beratungen (unbegrenzt, Dauer nach Bedarf)
  • Geburtsvorbereitungskurs für Erstgebärende, sowie inkl. Geschwister bei Mehrgebärender
  • Beleggeburt und Rufbereitschaft (Rufbereitschaft ab 37.SSW, 1:1 Geburtsbetreuung zuerst Hause, dann in der Klinik) auch bei Beckenendlagen und Zwillingen
  • Hausgeburt und Rufbereitschaft (Rufbereitschaft ab der 38.SSW)
  • Wochenbettbetreuung zu Hause (max. 26 Termine in den ersten 8 Wochen direkt nach der Geburt + weitere Beratungen wie Stillhilfe im 1. Lebensjahr)
  • Rückbildungsgymnastik (ab 6 Wochen nach der Geburt, 6 Wochen Dauer)
  • individuelle Angebote wie z.B. Massagen für Sie und Ihr Kind, Akupunktur, Fußreflexzonentherapie, Taping, großes Netzwerk, Referentenabende, Frühkindpädagogische Kurse

 

Wenn all dies wegfällt, bleibt Ihnen nur diese Möglichkeiten 

  • Schwangerenvorsorge beim Arzt (40 Wochen, je Termin ca. 20 Min)
  • Geburtsbetreuung in der Klinik (Hebammen im Schichtsystem, keine 1:1-Betreuung durch Personalkosten realisierbar)
  • Notfallversorgung nur bei Ihrem Kinder- und Frauenarzt in den ersten Wochen.
  • Sie haben als gesetzlich Versicherte gegenüber Ihrer Krankenkasse einen Anspruch auf die o.g.Versorgung mit Hebammenhilfe.Die große Koalition hat folgende Formulierung in ihren Koalitionsvertrag aufgenommen: Die Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung mit Geburtshilfe ist uns wichtig. Wir werden daher die Situation der Geburtshilfe und der Hebammen im Speziellen beobachten[…].“Deshalb bitte ich Sie als (werdende) Eltern, Versicherte und Wähler: fordern Sie ihr Recht ein!

Daher werde ich ab heute hier auch regelmäßig alle Aktualitäten bezüglich Aktionen und Gesprächen einpflegen und auf verschiedene Links hinweisen. Geburt braucht Ihre gesellschaftliche Empathie. Stärken Sie unsere Familien, Frauen und uns Hebammen für eine gesunde und bildungsstarke Gesellschaft!!!

Solingen, 21.2.2014     Ihre/Eure Raica M. Vermeegen

 


 

Aktivitäten in der Politik: Gerüchte und Falschmeldungen

In der Tagespresse war jetzt Anfang April zu entnehmen, das Bundesgesundheitsministerium habe sich mit dem GKV geeinigt, den Hebammen höhere Vergütung auszuzahlen. Dies ist laut BMG eine Falschmeldung: Es bestehe mitnichten die Absicht, die Vergütung zu erhöhen; vielmehr solle lediglich wie gesetzlich vorgesehen die Erhöhung der Versicherungsprämie umgelegt werden. Entsprechend soll sich auch der GKV-Vorstand auf Befragen im Gesundheitsausschuss des Bundestages geäußert haben. Schade – einer Erhöhung der Vergütung insgesamt stünde unsererseits mit Sicherheit nichts im Wege.

Der Bericht der Interministeriellen Arbeitsgruppe zu den Gesprächen in 2013 liegt immer noch nicht vor; er soll nunmehr im April veröffentlicht werden. Ob und in welcher Weise dieser Bericht wegweisend zur Lösung des Strukturproblems sein wird, ist den BfHD- Vorstandsfrauen nicht bekannt – und in der Tat würde es uns wundern, wenn der Bericht solches liefern würde. Bekanntlich haben die AK-Beteiligten alle Lösungsvorschläge von Hebammenseite als undurchführbar abgelehnt.


  • Protestbewegung in Köln am 8.3.2014


VID-20140308-WA0047
VID-20140308-WA0029


VID-20140225-WA0000
VID-20140225-WA0001

VERSCHIEDENE WICHTIGE LINKS 


Wird natürliche Geburt Immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO?

Bei der Berliner Senatskulturverwaltung wurden zehn Anträge eingereicht zur Aufnahme in das Immaterielle Weltkulturerbe der UNESCO. Zwei  Vorschläge werden von der Berliner Behörde ausgewählt und der Organisation der Vereinten Nationen vorgeschlagen.

Das immaterielle Kulturerbe umfasst nach Definition der UNESCO „Bräuche, Darstellungen, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten sowie die dazu gehörigen Instrumente, Objekte, Artefakte und kulturellen Räume […], die Gemeinschaften, Gruppen und gegebenenfalls Einzelpersonen als Bestandteil ihres Kulturerbes ansehen.“

Eingereicht wurde vom St.-Josephs-Krankenhaus in Berlin-Tempelhof die natürliche Geburt als herausragendes Weltkulturgut in diesem Sinne. Nachfolgend ein Interview des TAGESSPIEGEL mit dem Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe der Klinik.

Herr Abou-Dakn, Sie wollen die normale Geburt zum Kulturerbe der UNESCO machen. Warum das denn?

Wir wollten Erstaunen erzeugen und die Menschen zum Nachdenken bringen. Die normale Geburt gerät immer mehr in Vergessenheit. Wir wollen, dass den Frauen Zutrauen zugesprochen wird.

Sie sind Chefarzt einer Berliner Klinik für Geburtshilfe. Was verstehen Sie denn unter einer normalen Geburt?

Viele denken heute, ein Kaiserschnitt sei normal. Wir haben in Deutschland eine Kaiserschnittrate von 32 Prozent, in Brasilien sogar von über 50 Prozent. Wir möchten, dass die Ärzte im Hintergrund bleiben, eine Geburt ohne Schmerz- und Wehenmedikation und ohne Operation stattfinden kann. Wir machen heute zu viele Kaiserschnitte, die medizinisch nicht notwendig sind.

In Berlin wurden zehn Bewerbungen für das immaterielle Kulturerbe eingereicht, die die Senatskulturverwaltung jetzt auswertet. Rechnen Sie sich Chancen aus?

Wir hoffen, dass unser Vorschlag unter den zweien sein wird, die der Senat über die Kultusministerkonferenz an die UNESCO weitergibt, damit auch bundesweit über das Thema diskutiert wird. Das ist keine Kampagne gegen den Kaiserschnitt, aber wir möchten die Geburt wieder sanfter gestalten.

Was macht die normale Geburt wertvoll?

Für eine Frau ist die Geburt ihres Kindes eine besondere Situation. Sie ist stolz auf das, was sie geleistet hat. Und für das Kind ist es besser, es braucht den Geburtsstress. Wir müssen dazu zurückkehren, die Mütter selber machen zu lassen, auf ihre Kräfte zu vertrauen.
Wer den Vorschlag unterstützen möchte, dass die natürliche Geburt Weltkulturerbe wird, sollte dies gegenüber dem deutschen Entscheidungsgremium zum Ausdruck bringen. Hier die Anschrift:

Staatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten
Herrn Staatssekretär Andre Schmitz
Brunnenstraße 188
10119 Berlin
Mail: poststelle@kultur.berlin.de


Auch im Jahr 2014

können wir freiberuflichen Hebammen weiterhin für exorbitante Haftpflichtversicherungsbeiträge über 5000,-€ im Jahr bezahlen, um weiterhin die 1:1 Betreuung, auch unter der Geburt zu sichern. Viele Junghebammen haben überhaupt keine Geburtserfahrung, sind demnach nicht in der Lage Physiologie und Pathologie sicher einzuschätzen und ihr Erlerntes einzusetzen. Viele Kolleginnen, mit wertvollen Erfahrungen und wunderbaren Qualitäten hören aus existenziellen Gründen auf. Viele Familien rufen bereits hier in der 5-8 Woche an, um sich eine 1:1 Betreuung zu sichern. Und viele Hebammen bekommen schon keine gewünschte 1:1 Betreuung mehr. Wir als Hebammen und Familien müssen weiterhin manifester für unsere Berufsrechte und Qualitäten und die Rechte der Familien und Kinder einstehen. Es kann nicht sein, dass wir unser Handwerk, auch bei Hausgeburten, Beckenendlagen, Zwillingen aus unserem Werkzeug – unseren Händen – geben. Hebammen und Fachärzte für Geburtshilfe dürfen sich für diese sinnvolle Arbeit wagen, familienorientiert und gesund und besonders auch wertschätzend zusammen zu arbeiten und sich im Zweifel, gegen wirtschaftliche Interessen wenden. Dazu gehören Fortbildungen, Austausch und ein offener, weiter Blick in andere Wirkungsstätten, wo es Geburtshandwerk geht. Ich hoffe, dass Deutschland Mut und Kraft besitzt, sich gegen Geld und Macht und Angstmacherei zu wehren und für ihre Selbstbestimmtheit und Gesundheit einsteht. Denn es geht um das Wichtigste! Um Gesundheit von Mutter und Kind (körperlich, wie geistig), aber auch um eine sichere Bindung zwischen Frau, Kind, Mann und Geschwisterkindern.


Frau Prof. Dr. Sabine Dörpinghaus,

Hauptamtlich Lehrende im Fachbereich Hebammenkunde der KatHO NRW hat in Ihrer Antrittsrede im Mai 2013 (Auszüge siehe unten) wiederholt auf die Missstände  in der Schwangerschaftsbetreuung und Geburtshilfe hingewiesen. In vielen Gesprächen und auf Fachkongressen komme ich mit Frau Prof. Dr. S. Dörpinghaus überein, dass hier ein notwendiger  Diskussions- und Handlungsbedarf für uns Hebammen, Mediziner, für alle Frauen und Familien ist!  Ich freue mich besonders auf den gemeinsamen Referentenabend am 10. Juli 2013 in der Alexander-Akademie um 18.00 Uhr, um dieses spürbar einfache Thema, näher zu verdeutlichen. Bitte kommen Sie zahlreich. Es erwartet Sie Leibliches, was wir dringend im Gesundheitswesen brauchen.

“… Bis zur Schwangerschaft lässt sich das Leben gut leibvergessen managen und organisieren aber dann erleben zahlreiche Frauen etwas, was sie sich nicht haben träumen lassen: eine Geburt lässt sich nicht intellektuell steuern! Es passiert etwas mit und in ihnen, was sich ihrer Kontrolle entzieht. Diese Situation ist nun neu und sie weiß aufgrund ihrer leiblichen Unerfahrenheit nicht mir ihr umzugehen. Geburt wird erstaunlicherweise zu einem Prozess, der nicht vollkommen vorgeplant, gesteuert und mechanisiert werden kann. Im geburtshilflichen Kontext wissen Gebärende nicht mehr wohin mit sich und dem, was sie leiblich spüren. Sie sind verunsichert und erleben Angst…”

“…Zum anderen ist der Zugang zu sich selbst (ich bezeichne diesen in Anlehnung an Böhme und Schmitz als Leiblichkeit) durch eine ausgesprochene Leibvergessenheit geprägt…”
“… Für den geburtshilflichen Kontext ist die leibphänomenologische Unterscheidung zwischen Leib und Körper bedeutsam. Den Körper hat die Person – und dieses Haben ist kein Produkt von Reflexion, sondern immer mit Fremderfahrung verbunden (das eigene Spiegelbild, der Rö-Thorax, die Laborwerte). Die Einstellung gegenüber dem Körper ist häufig eine instrumentelle. Leiblichkeit ist hingegen, was der Mensch spürt, ohne den Einsatz seiner Sinne zu gebrauchen. Leibliches Spüren ist vor-sinnlich. Dem Leib eine instrumentelle Einstellung entgegen zu bringen, ist unangebracht und sogar kontraproduktiv, da es Vollzüge gibt, in denen die Person auf die Selbsttätigkeit ihres Leibes angewiesen ist, wie etwa Einschlafen oder Entspannen – oder die Eröffnung des Muttermundes…”

“… Eine Hebamme bewegt sich im geburtshilflichen Kontext zwischen Symptom und Phänomen und fasst diese zu einer Einheit zusammen…”

“… Die Bedeutung des Erfahrbaren wird durch den Vergleich zwischen einem Symptom und einem Phänomen deutlich: Ein Symptom bezieht sich immer auf den Körper, der sicht- und tastbar, hör- und riechbar ist. Zum Körper gehören der gestische Ausdruck, das äußerlich beobachtbare Verhalten und die medizinischen Daten und Fakten. Demgegenüber liegt beim leiblichen Spüren immer ein Betroffensein vor. So steht das Körperliche für das sinnlich Wahrgenommene und das Leibliche für das Gespürte. Oder: Krankheit steht für den Körper – Kranksein für den Leib – oder: Schwangerschaft für das Körperliche – Schwangersein für das Leibliche. Der Körper ist der reduzierte, vergegenständlichte, seiner Subjektivität entkleidete Leib…”

“… Hebammen sind nun diejenigen, die diesen vorsinnlichen, vorsprachlichen und vorrationalen Vorgang begleiten. Sie wissen um die Grenzen des Machbaren in diesem Zusammenhang. Sie sind achtsam und schreiten ein, wenn sie es aus ihrer kundigen Perspektive für geboten halten. Ansonsten begleiten sie die Frau auf ihrem Weg. Diese Begleitung ist nicht durch Aktionismus geprägt und ist auch nicht auf Wunsch eines Sachbearbeiters der Krankenkasse für die Leistungserfassung sichtbar zu machen. Die Behandlung des Körperlichen ist mit einer Strichliste sehr leicht zu erfassen: wie oft wurde der Blutdruck gemessen oder eine vaginale Untersuchung durchgeführt?…”

“… Beim Begleitungsvorgang handelt es sich vielmehr um einen Vorgang, der sehr schwierig zu beschreiben und wenn überhaupt, nur in kleinen Sequenzen zu erfassen ist. Eine Hebamme erhält aufgrund ihrer leiblichen Seinsweise vielfältige Eindrücke einer Geburtssituation. In Abgrenzung zum Monitoring muss die Hebamme hierfür leiblich anwesend sein. Darüber hinaus wird es der Hebamme in ihrer Beziehungsarbeit alleine durch gedankliche Analyse nicht gelingen, sich auf die Schwangere/Gebärende einzulassen. Hierzu benötigt sie auch den Einsatz ihres Leibes. Gerade in existentiell-bedeutsamen Situationen, wie einer Geburt, spielen die vielsagenden Eindrücke für die Beziehungsarbeit eine große Rolle, da es sich um lebendige Wesen handelt. Jede erfahrene Hebamme weiß, dass der ausgesagte Satz: „ich kann nicht mehr“ einer Gebärenden unendlich viele Facetten haben kann…”

“… Ich möchte mich für einen leibphänomenologischen Zugang stark machen. Wenn es in einer Definition des Deutschen Hebammenverbandes von 2002 heißt, dass zu einer evidenzbasierten Betreuung die Integration von professioneller Erfahrung, Sensibilität und Sachverstand der Hebamme mit den besten verfügbaren wissenschaftlichen Evidenzen sowie den Wünschen und Bedürfnissen der Frau zählt, findet sich hier ein interessanter Dualismus. Wie kann ich die professionelle Erfahrung vom Sachverstand trennen? Wie die Sensibilität? Wie kann in einem wissenschaftlichen Diskurs um den Goldstandard die Sensibilität standhalten? Welchen Evidenzlevel hat Hebammensensibilität?…”

“… Aus einer wissenschaftstheoretischen Betrachtung befinden wir uns mit randomisiert kontrollierten Studien immer auf einer messtechnischen Ebene. Erleben, Sinn und die Bedeutung von Phänomenen sowie konkrete soziale Interaktionen und die Komplexität von Handlungsabläufen oder Beziehungsarbeit finden hier keine Berücksichtigung – hierüber gibt es keinen Goldstandard – Gott sei dank…”

“… Warum sollte das Hebammenwesen der Verherrlichung einer technisch-rationalen Planbarkeit folgen, wenn es weiß, dass dieses beispielsweise unter der Geburt nicht greift – nicht greifen kann. Die Begegnung von Menschen – der Aufbau von Vertrauen oder Beziehung – lässt sich nicht durch Funktionserfordernisse ersetzen und durch Zweckmäßigkeit leiten. Warum sollte das Hebammenwesen diesen Part des medizinischen Denkstils unreflektiert übernehmen?…”

“… Die Hebamme ist und bleibt selbst Teil des Geschehens in der Geburtssituation. Ihre leiblichen Erlebnisse können nur als phänomenal Gegebenes beschrieben werden und sind nicht als Netzwerk einzelner Faktoren zu rekonstruieren….”

“… Für ein Anvertrauenkönnen, für ein Entblößen braucht es mehr als einen intellektuellen Zugang – es braucht das Andere der Vernunft – nämlich den Leib. Eine Hebamme begegnet einer Gebärenden, indem sie sich auf sie einlässt, aufmerksam ist, sich überraschen lässt. Dieser Vorgang lässt sich nicht Veralgorythmisieren. Beziehungsqualität ist nicht vermessbar. Ein leibliches Einlassen – auch wenn die Begriffe vielleicht für den ein oder anderen altmodisch anmuten – sind im geburtshilflichen Kontext eine zentrale Notwendigkeit, denn Geburtshilfe ist eines definitiv nicht: eine profane Dienstleistung und das Dilemma kommt da zum Tragen, wo Kategorien wie Zutrauen in die eigene Gebärfähigkeit, Beziehungsqualität oder eine heimelige Kreißsaalatmosphäre anderen Kategorien, wie ökonomistischen Unternehmenszielen oder einem Objektivierungszwang untergeordnet werden…”

Literatur:
Burchardt, Matthias (2010): Hebammen auf dem Weg zum paramedizinischen Ergänzungspersonal!? Vortrag auf der Hebammenfachtagung vom 13. 11. 2010. Philosophie trifft Handwerk. Bensberg.

Burchardt, Matthias (2010a): Hebammen in der »midwife-crisis«? Ungehörige Gedanken zum Professionalisierungsmärchen. In: Hebammeninfo 4/2010. Neustadt/Weinstraße: 12–17.

Cluett, Elisabeth / Bluff. Rosalind (2003): Hebammenforschung. Grundlagen und Anwendung. Bern.

Deutscher Hebammenverband e.V. (2011): Hebammenausbildung an die Hochschule – Positionspapier des pädagogischen Fachbeirates im Deutschen Hebammenverband e.V. Unter: www.hebammenverband.de [15.4.2013]

Dörpinghaus, Sabine (2013): Dem Gespür auf der Spur. Leibphänomenologische Studie zur Hebammenkunde am Beispiel der Unruhe. Freiburg/München.

Duden, Barbara (2011): Gekonnte Nicht-Intervention oder präventives Risikoma- nagement? Vortrag auf der Tagung des Kölner Kreises für humane Geburtskultur mit dem Titel »Geburtskultur im Aufbruch«. Interdisziplinäre Fachtagung vom 26. 3. 2011 an der Universität zu Köln.

Duden, Barbara (2012): Doppelte Falle. Evidenzbasierte Medizin als neue Hebammenkunst? Hannover: 34-38.

Duden, Barbara (2013): Abschlussvortrag auf de. XIII. Hebammenkongress vom 6.-8. Mai in Nürnberg.

Maio, Giovanni (2007): Medizin im Umbruch. Ethisch-anthropologische Grundfragen zu den Paradigmen der modernen Medizin. In: Zeitschrift für medizinische Ethik 53: 229-254.

Maio, Giovanni (2011): Medizin in einer Gesellschaft, die kein Schicksal duldet. Eine Kritik des Machbarkeitsdenkens der modernen Medizin. In: Zeitschrift für medizinische Ethik 57: 79-87.

Maio, Giovanni (2013): Die heilsame Kraft der Begegnung. In: Salzburger Nachrichten vom 5.2.2013.

Sackett, David et al. (1996): Evidence-based Medicine – How to Practice & Teach EBM. London.

Siebolds, Marcus (2003): Evidenzbasierte Medizin als Modell der Entscheidungsfindung in ärztlicher Praxis. Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen. Jahrgang 97. Heft 4. München: 257-262.

Walkenhorst, Ursula (2011): Akademisierung der therapeutischen Gesundheitsfachberufe – Chancen und Herausforderungen für Berufe im Übergang. In: bwp@ Spezial 5 – Hochschultage Berufliche Bildung 2011, Fachtagung 10, hrsg. v. Bonse-Rohmann, / Weyland, U., 1-12. Online: www.bwpat.de/ht2011/ft10/walkenhorst_ft10-ht2011.pdf (26.09.2011).

 


Dezember 2011

Advent, Advent, das Gesundheitssystem brennt…

Viele von Euch haben es bereits mitbekommen. Das Desaster mit den Haftpflichtversicherungsbeiträgen für freiberufliche Hebammen geht weiter. In Zahlen heisst das: für Hebammen, die Geburten begleiten und leiten und damit die komplette Verantwortung für Mutter und Kind tragen, steigt der Jahresbeitrag ab 2012 auf exorbitante 4.300,-€ weiter an. Anmerkung am Rande: die Krankenkassen haben in den ersten drei Quartalen von 2011, alleine einen Gewinn von 3 Mrd. Euro verzeichnet.

Nachdem wir mit unseren Bemühungen und Eurer großen Unterstützung in der Petition 2010 für den Bundestag, die Anhebung unsere Jahresbeiträge auf 3.700,-€ schon nicht verhindern konnten, stehen meine Kolleginnen und ich heute fassungslos vor dieser neuen Nachricht. Mehr als 15% der Kolleginnen haben bereits 2011 aufgehört. Und es werden mehr werden… Bald wird keine Frau mehr eine Hebamme finden, die sie zur Hausgeburt, ins Geburtshaus oder in die Klinik begleitet. Das wird heissen, das jede Familie die Geburtshilfe in der Klinik annehmen muss, die ihnen zur Verfügung gestellt wird. Leider ist in immer mehr Kliniken keine Geburtshilfe, sondern Geburtsmedizin zu finden.  Steigende Kaiserschnittraten sind überall zu vermerken, nicht nur weil sie besser planbar und wirtschaftlich viel aktraktiver (!) berechnet werden können, sondern weil eine individuelle Betreuung durch einen geringen Personalschlüssel nicht mehr gewährleistet werden kann und Zeit wie immer Geld ist. Geburt dauert aber! Gerade beim ersten Kind. Und das Wichtigste unter Geburt ist: Zeit haben, Beobachten, Wahrnehmen, Spüren. Nicht weil es schöne Worte sind, sondern um Mutter und Kind in ihrem Weg zu unterstützen und zu motivieren, den oft mühsamen und beschwerlichen Weg der natürlichen Geburt zu gehen. An alle Politiker: fragen Sie mal eine Frau nach ihrem Geburtserlebnis, die gut betreut wurden ODER wenig Betreuung erfahren haben.

Oh Nein!

Achtsame Hebammen fördern mit interventionsarmer, natürlicher und  originärer Hebammenarbeit, eine körperliche und emotionale gesunde Familie!

Wie beschämend für eine Gesellschaft, dass ich heute Morgen, nach einem gestrigen Arbeitsalltag mit intensiven Terminen und einer durchgearbeiteten Nacht aufgrund von Geburt, überhaupt darüber nachdenken muss, für den Respekt meiner Arbeit zu streiken, obwohl diese jeden Tag qualitätsgesichert und von den Familien geprüft wird.

Ich will weiterhin Geburtshilfe leisten!
Hebammenarbeit ist wertvoll, weil sie lebensbejahend und nachhaltig ist. Wem dies zu arrogant klingt, den lade ich ein, mit von mir oder von Kolleginnenbetreuten Familien in Kontakt zu treten und sich auszutauschen. Vielleicht wird dann einiges deutlicher!

Aktionen gegen eine weitere Anhebung werden folgen und ich bin sehr auf Eure Unterstützung angewiesen, damit Ihr UND Eure Kinder weiterhin SELBSTBESTIMMT dort die Kinder gebären können (es geht schon nicht mehr um dürfen, sondern überhaupt können), wo und wie Ihr es Euch wünscht!

Tipps von uns, wie IHR uns unterstützen könnt, findet Ihr auf dieser Seite:

www.hebammenfuerdeutschland.de

Einfachhalthalber nutze ich für die Bekanntgabe von Terminen oder Hinweisen auch Plattformen, wie z.B. Facebook oder Xing. Ihr könnt Euch gerne mit der Hebammenpraxis Gruppe verbinden.
Ich wünsche mir Weitsicht, Klugheit, Kraft und den Mut, die wir für wichtige Veränderungen für unsere Familien und Kinder  benötigen!

Hier noch einige Bilder, von einem erfolgreichen Frühlingstag, um noch mehr Unterzeichner für unsere Petition im Bundestag letztes Jahr zu begeistern.

Vielen Dank an alle, die unterzeichnet haben!

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